Pressemitteilung zur Infoveranstaltung vom 2.11.2018

Veranstaltung 02.11.2018
Pressemitteilung
Die noch junge Bürgerinitiative gegen die Stromtrasse SüdOstLink hat in Stammbach eine Informationsveranstaltung abgehalten. Dazu konnten in der Halle der Geflügelzüchter die Sprecher Jürgen Becher und André Kießling gut 300 interessierte Zuhörer begrüßen. Am Morgen hatte bereits der Bayerische Rundfunk Vertreter der BI interviewt. Der Bericht wurde sogleich am Abend in der Frankenschau ausgestrahlt. Dabei wurde auch auf diese Informationsveranstaltung verwiesen. Alle waren gespannt auf die Ausführungen von Hans-Martin Grötsch, dem Hauptreferenten betreffend den SüdOstLink. Dieser machte keinen Hehl daraus, wie überflüssig er die Gleichstromtrasse hält und dass er die Geschichte vom Naturstrom aus dem Norden, welcher nach Süden transportiert werden müsste, für ein Märchen hält. Der für die Freien Wähler im Landtagswahlkampf angetretene Grötsch machte deutlich, dass lediglich Braunkohlestrom in diesen Stromautobahnen fließen werde. „Es gebe noch keine seriösen Kostenschätzungen“ führte Grötsch aus. Des Weiteren sei es unerträglich, dass Risiken noch nicht einmal im Ansatz erforscht seien. Das Bundesamt für Strahlenschutz werde erst jetzt tätig und gebe Millionen bis zum Jahr 2027 für die Erforschung aus. Da bis 2025 Strom durch die HGÜ-Leitungen fliesen soll, komme diese Forschung zu spät. Hier werde mit der Gesundheit der Menschen gespielt. Die Erdbewegungen würden gigantisch sein, Schutzstreifen müssten auch nach Bauende dauerhaft zugänglich sein und senken natürlich die Eigentumswerte. Hauptleidtragende seien die Landwirte. Hier droht neben Ernteausfällen in Folge von Erderwärmung vor allem die Gefahr von Einschränkungen bei der Betriebserweiterung. Ein Schicksal, welches auch die Kommunen teilen, dann nämlich, wenn Erdkabel durch ein Grundstück verlaufen und diese dann für Bau- oder Gewerbegebiete nicht mehr zu gebrauchen sind. Nicht vorhersehbar seien zudem die Auswirkungen auf die Natur. Auf Jahre hinweg würde der Grundwasserspiegel abgesenkt. Entlang der Trasse liegende Natur- und Ausgleichsflächen wären betroffen. Eine nachhaltige Vegetation würde auf Dauer nicht mehr vorzufinden sein. Die Kosten für Bau und Betrieb kann bisher niemand abschätzen. Sicher ist jedoch, dass jeder Stromkunde an diesem gigantischen Projekt mit dem eigenen Geldbeutel beteiligt wird. Annika Popp, Bürgermeisterin von Leupoldsgrün gratulierte der BI zur Gründung Ihres Vereins. Es freue sie, dass sich nun um Stammbach und Gefrees eine BI gegründet hätte. Damit werde keine Konkurrenz zu bisherigen Gruppierungen geschaffen sondern eine Lücke geschlossen. Alle Bürgerinitiativen müssen geschlossen gegen eine Stromautobahn kämpfen. „Es darf hier kein St. Florians Prinzip geben“, betonte Popp leidenschaftlich. André Kießling machte noch einmal deutlich, wie wichtig es sei, diese BI mit einer Mitgliedschaft zu unterstützen. „Wir haben damit eine ordentliche Struktur und können so auch die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen“ führte er aus. Auch könnten die Einnahmen aus Veranstaltungen und Beiträge sinnvoll investiert werden. Diesen Worten folgten anschließend zahlreiche Anwesende und wurden Mitglied und Unterstützer der BI.