Gefahren für Mensch und Tier

Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) ist ein Verfahren der elektrischen Energieübertragung mit hoher Gleichspannung.
Wo Strom fließt, entstehen elektrische und magnetische Felder. Auch in Lebewesen gibt es elektrische Ströme, etwa in den Nerven und im Herzen. Äußere elektrische und magnetische Felder können mit denen im Körper wechselwirken oder zusätzliche Felder erzeugen. Überschreiten die äußeren Felder bestimmte Schwellenwerte, können sie die Gesundheit gefährden und beispielsweise ein Kammerflimmern des Herzens auslösen.
Es liegen  Studien vor, die auf ein erhöhtes Auftreten neurodegenerativer Krankheiten (Erkrankungen des zentralen Nervensystems) wie  Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) oder Alzheimer-Demenz hindeuten, wenn Menschen sogenannten niederfrequenten Feldern ausgesetzt sind.
Studien weisen auch darauf hin, dass Magnetfelder das Leukämie-Risiko bei Kindern erhöhen können! Die IACR (internationale Agentur für Krebsforschung) hat solche Felder als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft.
Aktuell vorliegende Studien beantworten sehr viele Fragen nicht und es gibt andere Forschungsarbeiten, die ihnen widersprechen. Daher sollen nun mehr als 30 neue Forschungsprojekte Klarheit bringen, ob Stromtrassen ein Gesundheitsrisiko bedeuten: Rund 18 Millionen Euro dürfte die Forschung kosten, bisher steht als Finanzierer das Bundesumweltministerium fest.
Dabei soll nicht nur die Auswirkung der bereits üblichen Wechselstrom-Leitungen untersucht werden, sondern auch mögliche Risiken der neuen Gleichstrom-Leitungen. Es geht dabei beispielsweise um Luftmoleküle und Teilchen, die sich an Leitungen im Freien elektrisch aufladen, miteinander verbinden und dann vom Wind  bewegt werden können. Die Frage ist, ob elektrisch aufgeladene Luftschadstoffe vom Körper verstärkt aufgenommen werden und damit noch gefährlicher sein können. – Obwohl noch keine Forschungsergebnisse vorliegen und Langzeitschäden oder gesundheitliche Gefahren nicht ausgeschlossen werden können, geht die Planung zum Bau der äußerst umstrittenen Trassen weiter!
Dennoch sollen Erdkabel in unmittelbarer Nähe von bewohnten Häusern verlegt werden!
Es gibt keinen gesetzlichen Mindestabstand zwischen einer Stromleitung und einem Wohnhaus.
Experten sprechen von Abständen zwischen 100 und 400 Metern, was einzelfallbedingt entschieden wird. Die Belastung durch die Leitungen darf einen globalen Wert von 500 Mikrotesla nicht überschreiten.
Von offizieller Seite heißt es, dass unterhalb dieser Grenze keine schädlichen Auswirkungen bekannt sind. Von fachlichen Quellen und diversen Ärzten wird dies allerdings stark bezweifelt. Sie argumentieren, dass der schädigende Mechanismus lediglich noch nicht gefunden wurde und berufen sich auf verschiedene globale Studien.
Auswirkungen von Elektrosmog unterhalb der geltenden Grenzwerte beispielsweise auf Pflanzen und Bienenstöcke wurden bereits mit teils erschreckenden Ergebinssen untersucht.
In Deutschland gilt, wie in vielen anderen Ländern, eine WHO-/EU-Ratsempfehlung (26. BImSchV) für den Schutz der Bevölkerung vor schädlicher elektrischer Strahlung. Die Vorsorgewerte werden in Deutschland allerdings von Strahlenschutzexperten kritisiert. Sie betragen derzeit für 50 Hz Wechselspannung:
5000 V/m bei elektrischen Feldern
100000 nT bei magnetischen Feldern
Diese Grenzwerte wurden auf der Basis der Erwärmung durch die Strahlung angesetzt. Strahlenschutzspezialisten sind diese Werte deutlich zu hoch, da sie die athermischen, also die biologischen Wirkungen völlig ignorieren! Bei Gleichstrom gelten sogar noch höhere Werte.
Die Abstände von Hochspannungsleitungen zu Wohnhäusern ergeben sich durch die Vorgaben aus dem Immissionsschutz. Bei Höchstspannungsleitungen gelten die Grenzwerte für Lärm und für elektrische und magnetische Felder (vgl. dazu 26. Bundes-Immissionsschutzverordnung) Ein exakter, gesetzlich bindender Mindestabstand wird nirgends genannt !!!
Direkt über der Erdverkabelung ist das Magnetfeld höher als unter einer Freilandleitung!
Ob Gleichstrom oder Wechselstrom: In beiden Fällen ein starkes elektrisches Feld. Es lädt Körper im Einflussbereich auf. Außerdem bildet sich, je nach Belastung und Stromfluss, ein magnetisches Feld. Dieses sorgt dafür, dass alle im Einflussbereich des Feldes gelegenen Körper elektrische Spannungen induzieren. Beim Menschen heißt das im Detail: Es fließt Strom in den Zellen, der Nervensignale stört und überlagert!